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Der innere Innenminister
von Bernadette La Hengst, Till Müller-Klug & Claudia Wiedemer
Berlin, 14. - 16. Mai und 4. - 6. Juni `09, 21 Uhr
Sophiensaele, Sophienstraße 18, 10178 Berlin
Düsseldorf, 19. + 20. September `09, 20 Uhr
Forum Freies Theater, FFT Juta, Kasernenstr. 6, 40213 Düsseldorf
Bremen, 23., 25. + 26. September `09, 20 Uhr
Stauerei „Alte Liebe Produktionen“, Cuxhavener Straße 7, 28217 Bremen
Text und Regie: Till Müller-Klug & Bernadette La Hengst
Spiel und Musik: Claudia Wiedemer & Bernadette La Hengst
Dramaturgische Mitarbeit: Nina Tecklenburg
Produktionsleitung: Marc Pohl
Regieassistenz: Elisa Liepsch
Licht: Dirk Lutz
In ihrem neuen Theaterstück kombinieren La Hengst / Müller-Klug das Phänomen des Stimmenhörens mit möglichen Überwachungstechnologien von übermorgen. Im Rahmen einer Selbsthilfegruppe stellt sich eine Musikerin vor, die eine ganz besondere Stimme hört: die des deutschen Innenministers. Er mischt sich beim Musikmachen ein, zettelt verfängliche Tischgespräche an und will eine neue Politik-Technologie verbreiten. Freiheit durch oder ganz ohne Sicherheit? Den obersten Schirmherrn der inneren Sicherheit im Kopf zu haben – da kann man ganz schön unsicher werden. Besonders wenn sich die Innenministerstimme als ansteckend erweist und auch in die Köpfe des Publikums einzudringen vermag …
Die Kunstfigur des inneren Innenministers ist zu 100 Prozent aus O-Tönen des Amtsinhabers zusammengesetzt. Offizielle Verlautbarungen und politische Programmatiken werden zum künstlerischen Rohstoff. Eine belebende Schocktherapie zwischen Fiktion, Paranoia und sicherheitspolitischer Realität.
Nach Die Liebespopulistin (2004) und Das populistische Paradies (2006) ist Der innere Innenminister die dritte Theaterproduktion von La Hengst / Müller-Klug. Ihre Zusammenarbeit kennzeichnet ein inhaltliches Interesse für soziale und politische Prozesse, sowie die Gestaltung von Kunstfiguren aus Wirklichkeitsschnipseln. Diese Arbeitsweise gewinnt laufend an neuen Gestaltungsmöglichkeiten, seitdem Quellenmaterialien im Internet zunehmend frei verfügbar sind. Das Theaterprojekt zeigt exemplarisch, wie eine künstlerische Umgestaltung von politischen Prozessen und Symbolfiguren möglich und machbar ist. Offizielle Verlautbarungen werden spielerisch umgebaut, manipuliert, in neue Zusammenhänge gesetzt und fortgeschrieben. Die mediale Fassade der politischen Repräsentation wird durchlässig gemacht und für Einflussnahmen geöffnet: Nach- und Weitermachen ist erwünscht.
Eine Produktion von Sophiensaele, Forum Freies Theater Düsseldorf und Alte Liebe Produktionen Bremen. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.
Die Projektidee Der innere Innenminister erhielt den Bremer Autoren- und Produzentenpreis 2008.
www.lahengst.com
www.myspace.com/lahengst