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Die Zukunft

Bernadette La Hengst, Knarf Rellöm und Guz 

Das Album „Sisters & Brothers“ erscheint am 30. April 2010 bei Trikont, Vinyl bei Ritchie Records. 

Mehr auf www.myspace.com/lazukunft 

Bandinfo: 

In den Siebzigern hätte man so etwas eine Supergroup genannt. Obwohl Die Zukunft musikalisch natürlich nichts mit damaligen Supergroups wie Emerson, Lake & Palmer gemeinsam hat. Statt virtuoser Materialschlachten gibt es einfache Beats, statt Mucker-Gehabe die Schlichtheit von Punk – und zwar des frühen Punk, als die Sache noch open minded war, ironisch, selbstreflexiv und mit Dub verwoben. 

Und doch hat Die Zukunft alles, was eine echte Supergroup auszeichnet: Drei starke Persönlichkeiten, die schon lange im – nennen wir es ruhig so – Musikgeschäft dabei sind, treffen aufeinander, ergänzen einander, spielen sich Ideen zu. Und vor allem: bringen ihren je eigenen Stil ein, ohne dass das Ganze auf gegenseitiges Überbieten oder verkrampften Crossover hinauslaufen würde. 

Da ist der einzigartige Dance-Pop von Bernadette La Hengst, der Soul-Punk von Knarf Rellöm und der unverkennbare Valium-Rock’n’Roll von Aeronauten-Sänger Guz. Und all das harmoniert bei Die Zukunft wunderbar. Schließlich haben sich hier drei Musiker getroffen, die in den letzten 20 Jahren ähnliche Ziele verfolgten. Die bornierte Trennung zwischen Gitarrenmusik, Dancefloor und Soul war ihnen stets fremd. Und vor allem: Alle Drei haben ein politisches Verständnis von Pop. Feminismus und Klassenverhältnisse werden ebenso thematisiert wie die eigenen Widersprüche als Linke im urkapitalistischen Popbetrieb. Damit treten hier drei Ausnahme-Künstler an, deren Musik rein gar nichts mit der neuen Innerlichkeit, den Zweierbeziehungs- und Kuschel-Texten zu tun hat, die den deutschsprachigen Pop seit einigen Jahren bestimmen. Das einzige Liebeslied von Die Zukunft, die neue Version einer alten Nummer von Die Braut haut ins Auge, Bernadette La Hengsts erster Band, ist daher auch das genaue Gegenteil von neoromantischer Gefühlsduselei: schonungslos offen, sympathisch vulgär und dabei zugleich so überdreht, dass es nicht in die verschwitzte Authentizitäts-Falle eines Klaus Lage tappt. 

Politischer Pop kann allerdings auch ganz schrecklich sein, vor allem dann, wenn er »politisch engagiert« daherkommt. Doch dem erteilt Die Zukunft gleich mit dem Auftakt-Song »Mittelstandsproblemcamp« eine Abfuhr: »Wir essen Bioprodukte, ernähren uns bewusst«, singen sie ironisch, machen sich über all jene lustig, die glauben, es sei möglich, sich im falschen Leben richtig einzurichten. Das ist nichts für Bono-Fans, aber auch nichts für Linke, die auf alle Fragen sofort eine Antwort parat haben. 

Die Zukunft verzichtet auf Parolen und Welterklärungen. Sätze wie »Wir wollen keine Gratiszeitung und auch den Anbieter nicht wechseln« bringen die ganze Unerträglichkeit des spätkapitalistischen Alltagballasts auf den Punkt, die Schieflage des Ganzen wird im Kleinen gespiegelt. Das Gegenmodell hierzu ist hedonistisch, wenn auch natürlich mit einer Spur Selbstironie: »Lass uns Drogen nehmen und rumfahren« – der beste Hippie-Song, den Crosby, Stills, Nash & Young nie geschrieben haben (hier nun also doch noch ein Supergroup-Vergleich). 

Die Zukunft, ursprünglich 2008 nur für ein Festival von »Ritchie Records« gegründet, waren von der Zusammenarbeit so begeistert, dass sie selbst auf die Idee kamen, ein Studioalbum aufzunehmen – durch Livekonzerte querfinanziert und Trikont anzubieten, die das Potenzial kennen und zugegriffen haben. Wir danken es ihnen! Denn die 11 Nummern klingen keineswegs nach einem Nebenprodukt, sondern sind die Groove gewordene Antwort darauf, wie man Skepsis und Coolness zusammenbringt. 

Martin Büsser

Vinyl über Ritchie Records: www.ritchierecords.de 

Booking: Trümmer-Promotion: www.truemmerbooking.de 

— Vor 2 Jahren
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